Dimitrij Kitajenko (Dmitry, Dmitri, Dimitri, Kitayenko, Kitaenko)
Kitajenko

P. I. Tschaikowsky - Manfred-Sinfonie

Musik: ****
Klang:*****

Im Schatten der "Pathétique" von "1812" und dem 1. Klavierkonzert führt der "Manfred" im Konzertsaal-Oeuvre Tschaikowskys ein Schattendasein. Das mag am Titel liegen oder an der irrigen Gattungsbezeichnung "Sinfonie" - handelt es sich doch klar um eine sinfonische Dichtung, enger an der Handlung von Byrons Schauerroman gehalten als vergleichbare Werke anderer Komponisten. Wie dem auch sei, diese musikalische Perle wird nun von Dimitrij Kitajenko gehoben: Die naive Melodieschönheit eines Smetana, die genialischen Klangschichtungen Wagners, die harte Rhythmik Strawinskys - das Werk vereint eine unverkopft-einfache Kompositionstechnik mit einer Vielschichtigkeit bei Effekten und Stilmitteln. Mit süßlichen Streicherklängen, dramatischen Paukenschlägen und sattem Blech baut sich auch dank des wunderbar weit und dynamisch eingefangenen Raumes ein ganz großes Kino im Kopf auf. Das drohte aus Sicht der Musikwissenschaftler vielleicht ins Klischierte abzudriften, doch hier siegt das Herz über den Verstand.

mr, Audio 07/2010

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