Dimitrij Kitajenko (Dmitry, Dmitri, Dimitri, Kitayenko, Kitaenko)
Kitajenko

Signale aus dem 20. Jahrhundert

Das Kölner Gürzenich-Orchester zeichnet in seiner Gesamteinspielung der sieben Sinfonien Prokofjews den künstlerischen Weg des Komponisten sehr sorgfältig nach. Dmitrij Kitajenko, der schon den Schostakowitsch-Zyklus des Orchesters geleitet hatte, ist dafür ein skrupulöser Garant. Das fein ziselierte Spiel der Ersten beglückt durch Schwung und Transparenz. Auch die verschlungene Kontrapunktik im brachialen Eröffnungssatz der zweiten Sinfonie wird brillant durchleuchtet. Kitajenko verfügt über eine sehr präzise Klangvorstellung. die die Musik vielleicht gezügelter erscheinen lässt, als es bei seinem Kollegen Valery Gergiev der Fall ist. Doch die Leidenschaft leidet darunter nicht. Ein besonderes Verdienst der Edition ist die Entscheidung, die vierte Sinfonie sowohl in der vor der Rückkehr des einstigen Sowjet-Flüchtlings in die Heimat entstandenen Fassung und in der deutlich erweiterten und mit einer neuen Opuszahl (112) versehenen Fassung von 1947 zu präsentieren. - Kitajenko betrachtet sie als völlig eigenständige Werke, was besonders an Stellen auffällt, die nur wenig Veränderungen erfahren haben.

Bernhard Hartmann, Bonner General-Anzeiger, 09.01.2009

Back